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Lions Viernheim in Kappadokien 2026 – Internationaler Austausch & Hilfsprojekt Türkei

Besuch des Lions Multi-Distrikts 111 beim Lions-Distrikt 118 E Türkei (17.–20. April 2026) in Kappadokien

Viernheim | 27. April 2026
Lions Club Viernheim vor Felsformationen in Kappadokien, Gruppe lächelt in die Kamera.
Von links nach rechts: Hedy Fraas, Gregor Disson, Ursula Bauer-Disson, Steffi Schübeler, Gerhard und Patricia Mather, Norbert Schübeler, Lena Knutsdottir, Runar Emilsson, im Vordergrund Past Governor Manfred Fraas | Lions Club

„Es waren eindrucksvolle Tage hier in Kappadokien, die nicht nur unsere beiden Distrikte zusammengeführt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet haben“, resümierte Governor Dr. Holger Drescher beim abschließenden Galaabend im Dachrestaurant des Tagungshotels.

Seit mittlerweile 30 Jahren besteht die Jumelage zwischen den Distrikten. „Damals war Helmut Kohl noch Bundeskanzler und Recep Tayyip Erdoğan Bürgermeister von Istanbul“, erinnerte Drescher. Für die Gastgeberinnen dankte Distrikt-Governorin Dr. Zerrin Öztürel den deutschen Gästen: „Wir befinden uns in einer der faszinierendsten Regionen der Welt – eine märchenhafte Landschaft aus Feenkaminen und jahrtausendealter Geschichte. Der ideale Ort, um Freundschaften zu pflegen und den Austausch zu vertiefen.“

Starke Beteiligung aus Viernheim

Die Delegation des Lions Multi-Distrikts 111 umfasste insgesamt 34 Teilnehmende, darunter zehn Mitglieder des Lions Club Viernheim unter Leitung von Past Governor Manfred Fraas. Insgesamt nahmen rund 60 Personen an der dreitägigen Veranstaltung teil.

Die Anreise erfolgte – glücklicherweise während eines Lufthansa-Streiks – mit Turkish Airlines über Istanbul nach Nevşehir. Dort wurden die Gäste herzlich empfangen und direkt zu ersten Sehenswürdigkeiten geführt.

Faszinierende Landschaft und bewegte Geschichte

Kappadokien beeindruckte mit einzigartigen Felsformationen, insbesondere im Pasabag-Tal („Tal der Mönche“) mit seinen markanten Pilzformationen und dem berühmten „Steinernen Kamel“. Geologisch ist die Region ebenso spannend: Die Arabische Platte schiebt sich unter Anatolien, während das Gebiet einst von Wasser bedeckt war. Auf rund 1.000 Metern Höhe herrschten dabei frische, teils einstellige Temperaturen.

Auch die Unterbringung sorgte für Staunen: Die Gäste wohnten in historischen, in Felsen gehauenen Gebäuden mit einer Atmosphäre, die an Hogwarts oder ein mittelalterliches Schloss erinnerte. Der Frühstücksraum befand sich in einer ehemaligen Kapelle – ein Hinweis auf die christlichen Wurzeln der Region. Gleichzeitig prägte der Ruf des Muezzins aus der nahegelegenen Moschee das tägliche Leben.

Historische Spuren verschiedener Kulturen waren allgegenwärtig, etwa im Freilichtmuseum von Zelve mit seinen in Fels gehauenen Kirchen, Klöstern und einer Moschee. Die Höhlen dienten noch bis 1952 als Wohnräume und wurden im Sommer auch als natürliche Kühlräume genutzt.

Traditionelles Handwerk hautnah

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch einer Teppichmanufaktur. Dort konnten die Teilnehmenden den Knüpferinnen bei ihrer filigranen Arbeit mit Wolle, Baumwolle, Bambus und Seide zusehen. Besonders beeindruckend: Ein handgefertigter Teppich benötigt – je nach Größe – zwischen sechs und 18 Monaten Fertigungszeit. Am Ende der Führung sorgten „fliegende Teppiche“ und lebhafte Preisverhandlungen für authentisches Basar-Feeling.

Gemeinsames Engagement für Kinder

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Activity stand die Unterstützung einer Grundschule und eines Kindergartens. 25 besonders bedürftige Kinder – teilweise aus Flüchtlingsfamilien – erhielten Anoraks, Rucksäcke und Trinkflaschen. Zusätzlich brachten die deutschen Lions Schulmaterialien wie Mäppchen, Stifte und Knete mit. Ergänzt wurde die Aktion durch drei private Computerspenden.

Die Freude und Dankbarkeit der Kinder hinterließen bei vielen Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck. Diese gemeinsame Hilfe über Länder- und Kulturgrenzen hinweg stärkt die Partnerschaft und motiviert zur Fortführung der Zusammenarbeit.

Gemeinschaft und Ausblick

Ein kleiner Wermutstropfen war die wetterbedingt abgesagte Ballonfahrt über das „Tal der Liebe“ – für viele ein Anlass, Kappadokien erneut zu besuchen.

Beim türkischen Abend bewiesen einige Lions ihr Talent im Bauchtanz, wobei ein Teilnehmer aus der deutschen Delegation sogar als „Star des Abends“ gefeiert wurde.

Den feierlichen Abschluss bildete der Galaabend mit den Nationalhymnen beider Länder und offiziellen Grußworten. Besonders gewürdigt wurden die Organisationsteams beider Distrikte.

Die Vorfreude richtet sich nun auf das kommende Jahr: Im April 2027 werden die deutschen Lions Gastgeber sein – diesmal in Koblenz.